Thüringen bei der Deutschen Ländermeisterschaft 2017

DLM 2017

Vom 29.09.17 – 04.10.17 fand die Deutsche Ländermeisterschaft 2017 wie jedes Jahr in Hannover statt. So machte sich auch das Thüringer Team am Freitagnachmittag, pünktlich zum Ferienbeginn, mit dem Zug auf zum Austragungsort, der Jugendherberge Hannover. Begleitet wurden die Jugendspieler vom Landestrainer Tom George und Wiede Friedrich, der für den kurzfristig erkrankten Ferenc Langheinrich eingesprungen ist. Da das Jugendopen zeitgleich auf den Termin der DLM gelegt wurde, fuhr Stefan Koch, der normalerweise festes Mitglied des Thüringer Teams ist, dieses Jahr leider nicht mit, sondern unterstützte das Organisationsteam in Erfurt.

Nach mehrstündiger Zugfahrt kam die Truppe schließlich am Abend in Hannover an und wartete gespannt auf die erste Auslosung. Thüringen startete mit einer sehr ausgeglichenen Mannschaft (zwischen Brett 1 und 8 lagen nur 350 Punkte DWZ-Unterschied) als Nummer 11 der Startrangliste, somit war ein einstelliger Endtabellenplatz ein durchaus realistisches Ziel.

30.09.: In der Auftaktrunde trafen wir auf den an Nr.3 gesetzten Gastgeber Niedersachsen. Nikita an Brett 8 verschaffte uns recht schnell einen Punkt Vorsprung. Moritz gelang ein starkes Remis gegen Jari Reuker am Spitzenbrett. Danach folgte eine Niederlagenserie: Mathias verlor einen Bauern und später auch das Endspiel, Elisa übersah unglücklicherweise das gegnerische als auch ihr eigenes Matt, Ha Thanh gab nach einem Fehler, ohne den das Endspiel remis gewesen wäre, ihre Partie auf. Nachdem auch Stefan verlor und unsere Niederlage feststand, einigte sich Meike mit ihrem Gegner auf ein Remis. Luca kämpfte in klar besserer Stellung noch lange weiter und gewann schließlich gegen die amtierende Deutsche u16w-Meisterin Lara Schulze. Das Endergebnis lautete 5:3 für Niedersachsen.

Niedersachsen - Thüringen (Runde 1, Tisch 3)

 

Die Niederlage drückte zwar etwas die Stimmung, aber unseren freien Nachmittag in der Großstadt konnten wir trotzdem genießen und auch der kurze Besuch von Peter Michalowski war sehr erfreulich:)

Am Abend hieß es wieder Vorbereitung auf unseren morgigen Gegner Hamburg (Nr. 17 der Startrangliste).

01.10.: In der 2. Runde wurden wir unserer Favoritenrolle voll gerecht und gingen mit 6,5:1,5 als klarer Sieger gegen Hamburg hervor. Lediglich Moritz verlor an Brett 1 gegen Jakob Pfreundt, der als einziger aus der gegnerischen Mannschaft nominell stärker war, und Luca einigte sich mit seinem Gegner auf ein Remis.

Demzufolge waren wir in der Nachmittagsrunde voller Motivation gegen die an 9 gesetzte Mannschaft aus Württemberg. An Spannung fehlte es definitiv nicht, nach drei Siegen und zwei Remisen auf jeder Seite stand es 3,5:3,5, sodass die letzten beiden Partien von Meike und Ha Thanh den Mannschaftskampf entscheiden sollten. Lange Zeit sah es so aus, als ob Ha Thanh gegen Jaqueline Kobald verliert und Meike gegen die Deutsche u16w-Meisterin letzten Jahres Katrin Leser remis spielt, weswegen wir bereits mit einem 4:4 rechneten. So sah auch das Endergebnis aus, allerdings nicht wie auf erwartete Weise, sondern überraschenderweise andersrum. Der Mannschaftskampf hätte letztendlich in beide Richtungen ausgehen können, womit ein Unentschieden ein zufriedenstellendes Ergebnis sein sollte.

Spätestens nach einer Runde Tischkicker und Werwolf müsste auch jegliche schlechte Laune vertrieben worden sein.

02.10.: Heute stand erneut eine Einzelrunde an, die aufgrund des Feiertages von Dienstag auf Montag verlegt wurde. Die uns zugeloste Mannschaft Sachsen-Anhalt hatte den exakt selben DWZ-Durchschnitt wie unsere Mannschaft und erschien uns durchaus schlagbar. Nikita durfte sich über einen komplett freien Tag freuen, da seine Gegnerin krankheitsbedingt nicht spielen konnte und es von vornherein 1:0 für uns stand, was den Mannschaftskampf allerdings nicht leichter machte. Stefan konnte seinen Gegner bereits nach 21 Zügen zur Aufgabe bringen und auch

Ha Thanh gewann ihre Partie. Mit Fiona Sieber und Jonas Roseneck hatten Moritz und Mathias zwei harte Brocken zu bezwingen, was beide leider nicht schafften. Ebenfalls musste Meike gegen ihren Gegner die Segel streichen, wonach es 3:3 stand. Luca und Elisa beendetetn ihre Partien jeweils mit einem Remis, was ein 4:4 als Endstand der 4. Runde bedeutete.

Am Nachmittag freuten sich alle auf den Besuch auf dem Oktoberfest, wo gleich alle möglichen Fahrgeschäfte, die sich drehten, ausprobiert und einige Leckereien vernascht wurden, bevor es wieder zur Vorbereitung in die Jugendherberge ging.

Tom bangt nicht nur an den Brettern

 

03.10.: Die 5. Runde bescherte uns mit den an Nr. 5 gesetzten Hessen eine starke Mannschaft. Nach seiner eintägigen Pause stieg Nikita wieder mit einem vollen Punkt ein, Mathias verlor seine Partie leider. Zu unserer Überraschung bot Stefan mit einem Bauern mehr seinem Gegner Remis an, was dieser natürlich dankbar annahm. Luca und Meike mussten eine Niederlage einstecken, während Moritz einen starken Sieg gegen Richard Bethke erspielte. Nachdem aber Elisa verlor, war Ha Thanhs Partie für das Mannschaftsergebnis nur noch irrelevant, sie spielte aber noch bis zum Sieg weiter. Mit einem ziemlich knappen 3,5:4,5 mussten wir uns geschlagen geben.

Vielleicht saß die Niederlage noch in der Nachmittagsrunde gegen Schleswig-Holstein in unseren Knochen. Bereits nach wenigen Stunden konnten wir nur anhand der Partiestellungen erkennen, dass es nicht besonders gut für uns aussieht. Auch wenn Luca und Meike gewannen und sowohl Stefan als auch Nikita Remis spielten, konnte keine der restlichen vier Partien gehalten werden, sodass am Ende ein 5:3 für unsere Gegner zu Buche steht.

Die Doppelnull war natürlich enttäuschend für alle, doch umso mehr wollten wir in der Finalrunde nochmal alles geben.

04.10.: Nachdem die Zimmer geräumt worden waren, begaben wir uns zum letzten Mal an die Bretter gegen die zweite Mannschaft von Baden. Mit 6:2 gewannen wir deutlich, wobei keines unserer Bretter verlor. Bis zur Siegerehrung wurde die Zeit mit Partieanalysen und einigen Runden Werwolf gefüllt.

Am Ende landete die Thüringer Mannschaft mit 6:8 Mannschaftspunkten auf dem 12. Platz, was zwar nicht den Vorstellungen entsprach, aber auch keine große Enttäuschung ist. Mit einer etwas anderen Brettpunkteverteilung wäre sicherlich mehr drin gewesen;)

Bevor wir schließlich zur Heimreise antraten, genossen wir noch ein paar Eisbecher am Hannover Bahnhof, um das Turnierende schön ausklingen zu lassen.

Insgesamt kann man sagen, dass die Meisterschaft von vielen Auf und Abs geprägt war, doch jeder gute bzw. ausgeglichene Leistungen erzielt hat. Was die DLM immer zu einem tollen Ereignis macht, ist der Teamzusammenhalt, egal ob es ums Tränentrocknen oder einfach um die gemeinsame Freizeitgestaltung geht. Ein großes Dankeschön geht an unsere Betreuer und Trainer Tom und Wiede, ohne die das Turnier bestimmt weniger erfolgreich (und gesitteter) zugegangen wäre und auch die Mutter von Moritz, die uns während und zwischen den Partien mit allen möglichen Sachen versorgt hat:)

Nächstes Jahr wird die DLM nicht wie gewohnt in Hannover, sondern in Würzburg stattfinden. Ich bin mir sicher, dass es allen Mitfahrenden Spaß gemacht hat und viele Erfahrungen gesammelt wurden und vielleicht der ein oder andere nächstes Jahr wieder dabei sein wird!

v.l.n.r.: Wiede Friedrich, Stefan Schlick (4), Ha Thanh Nguyen (6), Nikita Schubert (8), Luca Carnot (3),

Meike Ratay (5), Moritz Weishäutel (1), Mathias Philipp (2), Elisa Reuter (7)